Orthokin-Therapie / IRAP-Therapie

 
   
   

Therapie durch körpereigene Regenerationsmechanismen.

Diese in der Humanmedizin als Orthokin-Therapie bezeichnete Methode wird seit drei Jahren auch in der Tiermedizin unter dem Namen IRAP (Interleukin-Receptor Antagonist Protein Processing System) erprobt. Diese Therapieform ist geeignet für Pferde mit chronischen Arthritiden oder akuter Arthritis und Patienten, bei denen Knorpelschäden diagnostiziert worden sind. Solange der hyaline Knorpel nicht vollständig zerstört ist und die Basis nicht betroffen ist, kann mit guten bis sehr guten Ergebnissen gerechnet werden.

Nachdem der verantwortliche Stoff für die Vermittlung der Entzündung identifiziert worden war (Interleukin 1) konnten Forscher auch den körpereigenen Stoff finden, der sowohl eine ausgeprägte Entzündungshemmung bewirkt, als auch die Regeneration des geschädigten Gewebes unterstützt. Dieser Stoff , bei dem es sich um ein körpereigenes Protein handelt, wurde mit „Interleukin1-Receptorantagonist“ (kurz Il1-RA) bezeichnet, da dieses Protein die Wirkung des die Entzündung vermittelnden Interleukin hemmt. Diese Erkenntnis des Gegenspieler-Prinzipes machte man sich zu nutze. Es wurde eine Anti-Interleukin-Therapie entwickelt.

Dem Patienten werden bei der IRAP-Therapie mit einer Spezialspritze 50 ml Blut aus der Vena jugularis (Halsvene) unter aseptischen Bedingungen (Rasur der Einstichstelle, aseptische Präparation, Handschuhe) entnommen. Die Spritze enthält patentierte, speziell präparierte, mit CrSO4 beschichtete Kugeln aus sehr reinem medizinischen Glas, die eine Verletzung simulieren und die im Blut vorhandenen Monozyten (weiße Blutkörperchen) durch Oberflächenkontakt zur Produktion der eigenen Anti-Interkeukine IL1-RA induzieren. Dieser Prozess findet innerhalb 24h in einem Wärmeschrank bei Temperaturen zwischen 37 und 38 Grad statt. Die Proben werden im Anschluss zentrifugiert, um das Il-1 enthaltende Serum von Blutkuchen und Glasperlen zu separieren. Das Serum wird mit Hilfe steriler Filter gereinigt und portionsweise in einzelnen Spritzen aufgezogen. Die zu injizierende Serummenge richtet sich nach der Gelenkgröße und den zu erwartenden Knorpelschäden. Das Serum wird unter aseptischen Bedingungen in das zu therapierende Gelenk injiziert. Eingefroren sind die restlichen Proben bis zu sieben Monate lagerbar, so dass Wiederholungen der Injektionen problemlos möglich sind. Risiko besteht wie bei jeder Gelenksinjektion in der Infektionsgefahr, die durch die extrem saubere Durchführung der Therapie vermindert werden soll.

Der große Vorteil dieser neuen Therapieform besteht darin, dass es sich um ein körpereigenes Produkt handelt. Nebenwirkungen bleiben somit aus, außerdem besteht keine Dopingrelevanz, dieser Punkt macht diesen Therapieweg gerade beim Sportpferd und während der Turniersaison interessant.

 
 
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